DGAW Vorstandsmitglieder melden sich zu Wort!

Aloys Oechtering, Vorstandsmitglied DGAW

Getrenntsammlung von Bioabfall

Nach aktuellen Erhebungen gibt es immer noch 35 Landkreise in Deutschland, die das System Biotonne nicht anbieten. Zusätzlich haben viele Kreise und kreisfreie Städte die Biotonne nicht flächendeckend angeboten sondern nur in Teilbereichen oder freiwillig – ein Armutszeugnis für die deutsche Kreislaufwirtschaft.

Seit 2012 schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz in § 11 die Getrenntsammlung von Bioabfällen vor. Seit dem 1. Januar 2015 sogar verpflichtend. Der Vorstand der DGAW hat dieses Thema im Rahmen der letzten Klausurtagung diskutiert. Eine derartige Missachtung der gesetzlichen Vorgaben lässt vermuten, dass weitere gesetzliche Regelungen innerhalb der Kreislaufwirtschaft ebenso von den zuständigen Behörden ignoriert werden. Wenn eine solche gesetzliche Vorgabe weder von den Kommunalaufsichtsbehörden noch von den zuständigen Umweltministerien ernst genommen wird, bleibt die Frage, welche Verordnung künftig wirklich noch greifen soll.

Der DGAW appelliert daher an die Verantwortlichen, das Kreislaufwirtschaftsgesetz im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes endlich ernst zu nehmen. Mit einer Zunahme der Getrenntsammlung könnten die Müllverbrennungsanlagen bundesweit um mehrere Millionen Tonnen niedrig kalorischer Abfälle entlastet und somit ausreichend Kapazitäten für andere beseitigungspflichtige Abfallstoffe bereitgestellt werden.


Dr. Anno Oexle, Vorstandsmitglied DGAW

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Getrenntsammlungsquote


Thomas Obermeier, Ehrenpräsident DGAW:

Thomas Obermeier, DGAW

Erster Schritt zum Ausstieg aus der bodenbezogenen Verwertung von Klärschlamm

Das Plenum des Deutschen Bundestages ist am Donnerstag dem 09.03.2017 der Empfehlung des BT Umweltausschusses gefolgt und hat die Neuordnung der Klärschlammverwertung beschlossen. Der Bundesrat wird sich wohl im Mai damit befassen. Die DGAW plädiert mindestens seit 2004 für eine konsequente Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen und einen Ausstieg aus der bodenbezogenen Ausbringung. Besonders interessant finde ich den Beratungsverlauf im federführenden „Umweltausschuss“.  Die GRÜNEN haben den Beschluss zwar nicht mitgetragen, verweisen aber zu Recht auf einen in der Diskussion nicht ausreichend gewürdigten Aspekt, nämlich das verstärkte Auftreten von Mikroplastikteilen im Klärschlamm. Deshalb verstehen die GRÜNEN auch nicht, warum zwischen großen (> 100 TEW bzw. > 50 TEW) und kleinen Kläranlagen unterschieden wird, da der Aspekt der Kunststoffe im Klärschlamm nicht von der Größe der Anlage abhängt. Richtig! Klärschlamm ist eine unserer wichtigsten Schadstoffsenken und ich bin froh, dass es offensichtlich gelingt Mikroplastikfasern und – teilchen aus dem Abwasserstrom zu entfernen und im Schlamm anzureichern. Vor wenigen Jahren haben wir noch diskutiert ob dies wirklich gelingen kann. Die Übergangsfristen 12, bzw. 15 Jahre erscheinen mir zwar zu lang, sind aber wohl Ergebnis eines politischen Kompromisses. Die herangezogene Argumentation, der technischen und wirtschaftlichen Unsicherheit bei den Phosphorrückgewinnungsverfahren, hierfür ist jedenfalls nicht stichhaltig. Zum einen sind die Verfahren weiter als es zum Beispiel die kommunalen Spitzenverbände suggerieren, zum anderen erzeugt gerade ein zeitlich anspruchsvoller Umsetzungsrahmen Druck auf Hersteller ein Verfahren zur wirtschaftlichen Marktreife  zu entwickeln. Ich hoffe, dass der Bundesrat keine weitere Verzögerung verursacht und die Marktbeteiligten zügig an die Umsetzung gehen. Marktverwerfungen wie sie bei Umsetzung der Ablagerungsverordnung aufgetreten sind waren nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die Kommunen zu lange auf Zeit gesetzt haben. Fangen wir mit der ökologisch sinnvollen und nachhaltigen Klärschlammverwertung unverzüglich an.