Netzwerktreffen „Frauen in der Abfallwirtschaft“: Besichtigung Versatzbergwerk Teutschenthal
Titel
Netzwerktreffen „Frauen in der Abfallwirtschaft“: Besichtigung Versatzbergwerk Teutschenthal
Datum
18.10.2013
Veranstaltungsort
Teutschenthal
Beschreibung

DGAW-Frauennetzwerktreffen:


„Besser kann man die Zukunft nicht vor der Vergangenheit schützen“ –


ein seltener Besuch untertage im Versatzbergwerk Teutschenthal


 


Das Netzwerk „Frauen in der Abfallwirtschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. (DGAW), in dem Ingenieurinnen, Juristinnen, Betriebswirtinnen, Hochschulprofessorinnen, Beraterinnen aus der privaten und kommunalen Abfallwirtschaft sowie Ministerien vertreten sind, hatte mit der Besichtigung des Versatzbergwerkes Teutschenthal wieder ein interessantes Ziel für ein Treffen ausgewählt. Die interessierten Frauen folgten am 18. Oktober 2013 der Einladung der DGAW nach Teutschenthal und gingen untertage (60km westlich von Leipzig, 600-800m tief, 5 Mio. cbm Grubenhohlraum). Dabei erhielten sie einen Einblick in die Verwertung von schadstoffbelasteten Müllverbrennungsaschen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland sowie von Materialien aus dem Flächenrecycling und der Altlastensanierung.


Die Teilnehmerinnen durften somit eine echte Besonderheit kennenlernen: Das Alleinstellungsmerkmal in Europa: gefährliche Abfälle, die Untertage im Salinar versetzt werden können. Die Vorteile des Untertageversatzes liegen dabei klar auf der Hand: Das Emissionsverhinderungspotenzial ist gegeben und eine Langzeitsicherheit kann gewährleistet werden. Zum Schutz der Tagesoberfläche werden in die unterirdischen Hohlräume, die nach der Salzgewinnung zurückbleiben, mineralische Abfälle als stützendes Versatzmaterial mit nachgewiesenen bautechnischen Eigenschaften eingebracht („versetzt“). Aschen werden so anhand ihrer physikalischen und chemischen Abfalleigenschaften als Direktversatz oder als Dickstoffversatz verbaut. Ziel ist somit, Schäden an der Tagesoberfläche durch plötzlich zusammenbrechende Hohlräume zu vermeiden. Diese Versatzpflicht muss bis 2030 erfüllt sein. Damit gibt es eine Endlichkeit im Versatztagebau.


Die Expertinnen aus der Abfallwirtschaftsbranche diskutierten daher im Anschluss an die Untertagetour, dass im Sinne der Entsorgungssicherheit für diese Abfälle Lösungen für den Zeitraum nach 2030 gefunden werden müssen. Denn durch die Versetzung untertage wird derzeit ein in der Öffentlichkeit nicht bewusster, aber durchaus relevanter Abfallmengenstrom verwertet.


Neben dem inhaltlichen Input war auch der Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen bzw. Kontakte knüpfen unter den an­wesenden Frauen eine große Bereicherung für alle. Das positive Feedback spornt auch weiterhin an, die Frauen in der Abfallbranche mit solchen Veranstaltungen in einem unabhängigen Netzwerk zusammen zu bringen.



Die nächsten Frauennetzwerktreffen der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. in 2014 sind bereits in Planung. So hat zum Beispiel Frau Dr.-Ing. Sandra Striewski im April 2014 zur Besichtigung des Kompostwerkes Nieheim eingeladen. Des Weiteren wird sich traditionsgemäß auf der IFAT 2014 im Mai zusammengefunden. Interessentinnen können sich gerne bei der DGAW-Geschäftsstelle unter info@dgaw.de melden.