25. Mitgliederversammlung
Titel
25. Mitgliederversammlung
Datum
27.06.2014
Veranstaltungsort
Berlin
Beschreibung

Am Freitag, den 27. Juni 2014 fand in den Räumlichkeiten des Umwelt-
bundesamtes am Bismarckplatz, Berlin die 25. DGAW-Mitgliederver-
sammlung sowie die Fachveranstaltung „Kunststoffabfälle in europäischen Gewässern“ statt.

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Nach einem allgemeinen Überblick zur Problematik von Herrn Dr. Michael Angrick, Leiter des Fachbereichs III „Nachhaltige Produktion und Produkte, Kreislaufwirtschaft“ im Umweltbundesamt, führte Herr Dr. Kim Detloff, Leiter des Bereiches Meeresschutz beim NABU, in die Aktivitäten seines Verbandes zum Schutz der Gewässer ein. Bei „Fishing for Litter“ geht es unter anderem darum, den Müllbeifang in der Fischerei fachgerecht zu entsorgen und nicht wieder ins Meer zurückzuwerfen. Im Zuge der Initiative werden die gefischten Abfälle analysiert, sodass Daten zur Belastung der Ostsee gewonnen werden können. Weiterhin führte Herr Dr. Detloff aus, dass bei Projekten zur Beseitigung von Meeresmüll auch immer darauf geachtet werden sollte, dass bereits in die maritime Lebenswelt eingebetteter Müll, wie etwa eine von Krebsen bewohnte Getränkedose, nicht entfernt werden sollte. Daher sieht er automatisierte Sammelsysteme durchaus kritisch.

Nach der Vorstellung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie sowie einem Ausblick auf die entsprechenden Richtlinien, die sich im EU-Bereich gegenwärtig in Bearbeitung finden, durch Frau Stefanie Werner vom Umweltbundesamt, richtete Herr Prof. Christian Laforsch, Lehrstuhlinhaber für Tierökologie an der Universität Bayreuth, den Blick auf Süßgewässer. Untersuchungen haben gezeigt, dass im Gardasee Kunststoffabfälle, sowohl an der Oberfläche als auch im Sediment zu finden sind. Aktuell wird untersucht, inwieweit bayerische Flüsse und Seen sowie deren Sedimente mit Mikroplastik kontaminiert sind. Herr Prof. Laforsch zeigte sehr anschaulich auf, dass ein alltägliches Leben ohne Kunststoffe schwer möglich wäre, wir aber in der Gesellschaft einen Gesinnungswandel herbeiführen müssen, wie mit Kunststoffabfällen umzugehen ist. Ein wichtiger Punkt ist die Vermeidung der Einbringung von Mikroplastik in die Umwelt, denn neben den verheerenden Auswirkungen auf die Ökologie der Tierwelt sind die Langzeitauswirkungen für den Menschen bisher nicht absehbar.

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Dr. Kim Detloff, Prof. Christian Laforsch und Günter Lohmann (von vorne nach hinten)

Zum Abschluss kam Dr. Ingo Sartorius zu Wort, welcher für den Bereich Kunststoff und Umwelt bei PlasticsEurope Deutschland e.V. zuständig ist. Auch die Kunststoffhersteller sehen den Müll im Meer als große gesellschaftliche Herausforderung. Daher hat sich PlasticsEurope zum Ziel gesetzt, Aufklärung zu betreiben und Wissen über die Problematik zu vermitteln. Neben dem internationalen Wissensaustausch stehen vor allem Aktivitäten beim Kunststoffabfallmanagement vor Ort im Fokus. Hier stellt der Verband Abfallmanagementkonzepte vor und steht auch langfristig unterstützend zur Seite.

Die freigegebenen Vorträge zur Veranstaltung finden Sie im Mitgliederbereich der DGAW-Internetseite. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass nicht alle Referenten ihr Präsentationen freigegeben haben.

 

In der anschließenden Mitgliederversammlung stellte DGAW-Präsident Thomas Obermeier den Tätigkeitsbericht für das vergangene Jahr vor. Mitglieder können die Präsentation im Mitgliederbereich einsehen.

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Traditionsgemäß endete der Tag mit dem DGAW-Sommerfest, das auch 2014 im Innenhof des Umweltbundesamtes stattfand.

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Die nächste DGAW-Mitgliederversammlung sowie die Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum finden am 19.06.2015 statt.