Resümee zur Regionalveranstaltung Nord am Dienstag, den 26. Juni 2018 „Die Zukunft der stofflichen und energetischen Verwertung von biogenen Abfällen in Deutschland“
Titel
Resümee zur Regionalveranstaltung Nord am Dienstag, den 26. Juni 2018 „Die Zukunft der stofflichen und energetischen Verwertung von biogenen Abfällen in Deutschland“
Datum
26.06.2018
Veranstaltungsort
Universität Rostock (UR), Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (AUF), Lehrstuhl Abfall- und Stoffstromwirtschaft
Beschreibung

Das Resümee als pdf zum Downloaden finden Sie hier.

„Die Zukunft der stofflichen und energetischen Verwertung von biogenen Abfällen in Deutschland“

Unter der Leitung der DGAW Vorstände Herrn Prof. Michael Nelles und Herrn Aloys Oechtering fand eine sehr konstruktive Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in den Räumen der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Rostock statt.

Nach kurzer Vorstellung der Ansprüche an eine hochwertige Verwertung von Bioabfällen aus Sicht der DGAW durch die Veranstalter, inklusive der Präsentation des Positionspapiers, wurden von den Referenten die einzelnen Fachthemen im Rahmen der Getrennterfassung von Bioabfällen und deren Verwertung sehr detailliert betrachtet.

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Wirtschaftsministerium für den Bereich Abfallwirtschaft verantwortlich. Für diesen Bereich referierte Frau Martina Ocik zum aktuellen Stand der Getrennterfassung von Bioabfällen sowie zu den beabsichtigten Maßnahmen zur Ausweitung der Getrennterfassung. In diesem Bereich bestehen noch erhebliche Potentiale. Erfreulich war hier die klare Bereitschaft, die Getrennterfassung kommunaler Abfälle zu intensivieren.

Der zweite Teil der Vorträge bezog sich auf die Verwertungsmöglichkeiten für die hergestellten Produkte im Bereich der Erden und Dünger. Die vorrangige Nutzung von Kompost und Gärresten bezieht sich auf die Landwirtschaft. Hierzu wurde im Vortrag von Frau Professor Dr. Bettina Eichler-Löbermann aus dem Bereich Pflanzenbau der Uni Rostock die positive Wirkung von Kompost und anderen organischen Düngern auf die Bodenstruktur, die biologische Aktivität und das Ertragsverhalten detailliert beschrieben. In diesem Vortrag wurden am Beispiel von Dauerversuchen, die an verschiedenen Stellen in Deutschland und auch in Rostock stattfinden, positive Erfahrungen mit dem Einsatz von Kompost über langjährige Versuche dargestellt. Hier war deutlich zu erkennen, dass die organische Düngung im langfristigen Vergleich eine hohe Bedeutung erfahren hat und zu eindeutig positiven Effekten führt.

Herr Dr. Ralf Pöplau von der LMS Agrarberatung hat in seinem Vortrag auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des Düngerechts und der Bioabfallverordnung verwiesen und die analytischen Hintergründe erläutert. In seinem Vortrag hat er auch die Bedeutung der Qualitätssicherung, z.B. durch die Gütegemeinschaft Kompost e.V., hervorgehoben, die eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche, ökologisch sinnvolle landwirtschaftliche Verwertung von Bioabfallkomposten und –Gärprodukten darstellt. Nur so lassen sich hohe Produktqualitäten und die notwendige Akzeptanz in der Landwirtschaft nachhaltig erreichen.

Abgerundet wurde die Vortragsreihe durch Herrn Ulf Meyer zu Westerhausen vom VHE Nord e.V., der ebenfalls über die positiven Eigenschaften von Kompost beim Einsatz in der Landwirtschaft berichten konnte.

Hier wurde allerdings im Rahmen der Diskussion auch von den Schwierigkeiten beim Einsatz von Recyclingstoffen durch extreme verwaltungsrechtliche Anforderungen durch Behörden berichtet. Insbesondere bei der Nutzung von Kompost sind nach der jetzigen Düngeverordnung viele Fragen offen bzgl. der Bilanzierung und der Flächennachweise. Für Mecklenburg-Vorpommern war bisher immer noch nicht geklärt, welcher Stickstoffanteil im Rahmen der Nährstoffbilanzierung seitens der landwirtschaftlichen Betriebe festzulegen ist. Sehr konstruktiv war daher, dass Herr Dr. Hans-Eberhard Kape von der LMS Agrarberatung während der Veranstaltung einen mündlichen Erlass angesprochen hat, nachdem in Mecklenburg-Vorpommern bei der Nährstoffbilanzierung 30% des gelieferten Stickstoffs angerechnet werden können.

Dieses war unter anderem ein Ergebnis der äußerst intensiven Diskussion mit den gut 40 Teilnehmern, die sich als sehr fachorientierte Diskutanten zeigten. Insbesondere die Vertreter der Landkreise und die anwesenden Landwirte forderten praxisgerechtere Lösungen im Düngerecht.